Interview mit Irmgard Friedberger über ihre Ideen, die sie als 1. Bürgermeister des Marktes Wallersdorf umsetzen will

Frau Friedberger, was qualifiziert Sie als Steuerberaterin für das Bürgermeisteramt?

Was wirklich zählt im Amt des 1. Bürgermeisters, ist Kompetenz. Als selbständige Steuerberaterin weiß ich mit Geld umzugehen, vor allem mit dem mir anvertrauten Geld. Auch als Gemeinde müssen wir unsere Wünsche finanzieren können. Ich habe zehn hoch motivierte Mitarbeiterinnen, mit denen ich schon seit langem sehr gerne zusammenarbeite – die Personalführung ist eine Schlüsselqualifikation, die jeder Bürgermeister beherrschen muss, sonst kommt er nicht weit. Da ich schon über 20 Jahre direkt in Wallersdorf arbeite, kenne ich mich mit dem Wirtschaftsleben hier vor Ort bestens aus. Wir sind gut beraten, uns wirtschaftlich breiter aufzustellen, aktuell hängt unsere gesamte Region noch zu einseitig von der Automobilbranche und den Zulieferern ab. Diese Branchen sollen bitte weiterhin hier vertreten sein, sie sind und bleiben extrem wichtig. Ich weiß genau, wo viele Selbstständige und kleine Betriebe der Schuh drückt: Es fehlt ihnen vorne und hinten an Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch an Wertschätzung. Beides kann und werde ich als Bürgermeister ändern. Es muss aufhören, dass weiterhin alteingesessene Betriebe aus Wallersdorf abwandern!

 

Gemäß der aktuellen Kriminalitätsstatistik steht der Markt Wallersdorf deutlich schlechter da als andere Marktgemeinden im Landkreis. Sehen Sie da Handlungsbedarf?

Ja, den sehe ich allerdings. Bei aller gebotener Vorsicht bei Statistiken ist vor allem die Zunahme der Rauschgiftdelikte und der schweren Körperverletzungen erschreckend. Gerade haben wir eine Aufklärungsveranstaltung mit einem fachkundigen Referenten durchgeführt. Die Gemeinde sehe ich in der Pflicht, für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu garantieren, auch, aber nicht nur, im Bereich der Kriminalität; bereits vorbeugend kann sie z. B. über aufsuchende Sozialarbeit stärker als in der Vergangenheit handeln. Genau das will ich tun.

Wie wollen Sie die Bürgerinnen und Bürger stärker am Gemeindeleben teilhaben lassen?

Deutlich mehr Offenheit und Transparenz bei Entscheidungen im Marktgemeinderat fordern wir Freie Wähler ja schon seit Jahren. Es würde mich sehr freuen, wenn sich mehr Jugendliche noch aktiver am Gemeindeleben beteiligen wollen - z. B. in einem Jugendbeirat oder selbstverwalteten Jugendcafé. Dabei wird die Gemeinde sie nach Kräften unterstützen! Ein Herzensanliegen ist mir, unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein möglichst selbstbestimmtes Wohnen auf Lebenszeit in ihren eigenen vier Wänden und bei Bedarf auch in barrierefreien Wohnungen in unserer Gemeinde zu fairen Preisen zu ermöglichen, damit auch sie im Gemeindeleben eingebunden bleiben können.

Warum fordern Sie so vehement ein Kommunalunternehmen?

Ein Kommunalunternehmen bietet uns als Marktgemeinde viele Vorteile: Es ermöglicht der Gemeinde wirtschaftlicheres Handeln, ist ein geeignetes Mittel um Kostenüberschreitungen zu vermeiden und ermöglicht Nachverhandlungen. Insgesamt wird die Gemeinde dadurch um einiges flexibler und transparenter.

Was ist ihre Vision für den Markt Wallersdorf?

Unsere Marktgemeinde bietet schon heute eine hohe Lebensqualität in den meisten Bereichen. Wir wollen dort, wo es noch Nachholbedarf gibt, deutlich zulegen und allen Bürgerinnen und Bürgern, auch und gerade in den kleineren Ortsteilen, einen klaren „Mehrwert“ bieten – also dort, wo es möglich ist, Belastungen durch den LKW-Verkehr verringern, Bebauung innerorts verdichten, gemeindliche Mehrzweckräume zur Verfügung stellen – und ein Eltern-Sorglos-Paket installieren – alles auf einer soliden wirtschaftlich-finanziellen Grundlage. Um diese langfristig zu sichern, will ich gezielt Wachstumsbranchen wie z. B. den IT- und Gesundheitssektor hier bei uns ansiedeln. Diese Chance bietet sich jetzt, wir sollten entschlossen zupacken, solange es diese noch gibt. Beim Umweltschutz und der Energiewende müssen wir künftig eine Vorreiterrolle anstreben. Mit intelligenten Konzepten können wir, durch den Einsatz von regenerativen Energien, eine Notversorgung gewährleisten und eine Energieautarkheit erreichen.